Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Romandie
Rund hundert Menschen versammelten sich am 23. September vor dem Polizeigericht in Genf, wo sich der Direktor der Fondation Pôle Autisme, Stephan Eliez, und der Gewerkschaftssekretär Jérôme Chapuis in einem Verleumdungsverfahren gegenüberstehen. Chapuis war im November 2025 per Strafbefehl zu 45 bedingten Tagessätzen mit dreijähriger Probezeit, 500 Franken Busse sowie knapp 8000 Franken für Anwaltskosten von Eliez und der Stiftung verurteilt worden. Unterstützende des Gewerkschafters kritisierten eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, Gewalt gegen Frauen und den Einfluss des bekannten Psychiaters. Chapuis betreute seit 2023 etwa zwanzig Mitarbeiterinnen der Stiftung, vorwiegend Praktikantinnen und junge Psychologinnen. Deren Beschwerden seien schrittweise bei der Gewerkschaft SIT eingegangen. Eliez war als früherer Direktor des medizinisch-pädagogischen Amts an der 2018 eröffneten Einrichtung Mancy für autistische Kinder beteiligt, wo Misshandlungen durch Betreuungspersonal einen Skandal auslösten. Eltern beschuldigten ihn zudem, sich unangemessen für ihr Sexualleben zu interessieren.