Themen: Bildung, Migration/Asyl, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Abgewiesene Asylsuchende und Sans-Papiers werden beim Zugang zu Bildung in der Schweiz laut den am Podium Beteiligten durch administrative und institutionelle Hürden ausgegrenzt. Die Psychotherapeutin Sandra Rumpel von Family Help warnt, fehlender Schulbesuch könne bei Kindern und Jugendlichen erhebliche psychische Schäden verursachen. Unklare Zuständigkeiten, lange Wartezeiten und umfangreiche Dokumentationspflichten wirkten für Betroffene als strukturelle Gewalt. Sevda Kacmaz schilderte ihren Weg von der Flucht aus der Türkei bis zum Studium an der Universität Zürich. In ihrem mehrjährigen Asylverfahren habe sie unter anderem sechs Monate für eine Unterschrift aufwenden müssen, die sie nach ihrer Einschätzung nicht benötigt hätte. Hanna Weissgerber vom Verein welcome2school bezeichnete ihren Studienbeginn als seltenen Erfolg. Der Verein habe mithilfe von Spenden rund 1000 Menschen Bildung ermöglicht und betreue aktuell 15 Jugendliche mit abgelehnten Asylgesuchen. Stadtrat Balthasar Glättli bezeichnete die Lage im Kanton Zürich als besonders repressiv und verwies auf Handlungsmöglichkeiten der Stadt bei Sans-Papiers.