Themen: Klima&Energie, Leben, Technologie
Regionen: International, Europa
Kremationen und herkömmliche Bestattungen verursachen erhebliche Emissionen: Eine niederländische Untersuchung beziffert die Bilanz einer Gas-Kremation auf 181 Kilogramm CO₂ pro Person und jene einer Bestattung mit Sarg und Grabstein auf 120 Kilogramm. Angesichts von rund fünf Millionen Todesfällen jährlich in der EU wächst das Interesse an Alternativen. Im belgischen Antwerpen erprobt das Krematorium Pontes die Aquamation: Ein Leichnam wird in einem Wolltuch bei 160 Grad in einer Lösung aus 95 Prozent Wasser und fünf Prozent Kaliumhydroxid aufgelöst; nach vier Stunden bleiben Knochenpartikel zurück. Bei einer gesetzlichen Grundlage könnten in Belgien 2028 erste offizielle Anwendungen erfolgen. Schleswig-Holstein liess im Juni zudem Terramation zu, bei der ein Körper während 40 Tagen mit organischem Material zu Erde zersetzt wird. Geschätzte Emissionen liegen bei 118 Kilogramm für Aquamation, 47 für Terramation, 45 für elektrische Kremation und 40 für Naturbestattungen. Die tatsächliche Bilanz hängt stark von lokalen Bedingungen ab.