Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem «Movimento 17 ottobre» einen 30-Jährigen festgenommen und ermittelt gegen dessen 32-jährige Ehefrau. Das über soziale Netzwerke entstandene Bewegung hatte nach den Ausschreitungen vom 17. und 18. Oktober weitere Jugendproteste in italienischen Städten mobilisiert. Beide sollen Instagram- und Telegram-Kanäle verwaltet haben. Dem Mann, einem italienischen Staatsbürger marokkanischer Herkunft, werden Anstiftung zu Straftaten mit Terrorzweck sowie organisierte Gewalt bei öffentlichen Demonstrationen vorgeworfen. In seinem Mobiltelefon fanden Ermittler Angaben zu geplanten Treffpunkten in Mailand. Ob politische oder religiöse Strukturen beteiligt waren, wird geprüft; erste Abklärungen ergaben laut Ermittlern keine ausländische staatliche Steuerung. Bei landesweiten Demonstrationen kam es insbesondere in Turin, Bologna und Rom zu Spannungen. In Mailand demonstrierten etwa 10'000 Menschen; die Bilanz umfasste drei Festnahmen und 41 Anzeigen. In Como blieb es trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen ruhig.