Themen: Kultur, Partei-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die AfD Sachsen-Anhalt stellt ihre Kulturpolitik unter das Ziel einer deutschen Identitätsfindung und will staatliche Mittel vorwiegend für Kunst einsetzen, die dazu beiträgt. Förderempfänger sollen ein Mindestmass an Loyalität gegenüber der deutschen Kulturnation erkennen lassen; die Partei bestreitet, damit Gesinnungskontrollen zu verlangen. Ihr Programm wendet sich gegen einen angeblichen Schuldkomplex, gegen «Regenbogenideologie» und gegen zeitgenössische Architektur. Das Bauhaus, dessen Erbe Sachsen-Anhalt touristisch und kulturell vermarktet, bezeichnete die AfD als «Irrweg der Moderne» und als Ausdruck von Identitätslosigkeit. FDP-Politiker Andreas Silbersack verwies darauf, dass die Formel bereits von Nationalsozialisten verwendet worden sei. Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor einer völkisch-nationalistischen Kulturauffassung, die vermeintlich antideutsche Tendenzen verdrängen wolle. Historisch war das Bauhaus bereits in den 1920er Jahren von völkischen Politikern unter Druck gesetzt und später von NS-Stellen verfolgt worden. Am 6. September steht in Sachsen-Anhalt eine Wahl an, bei der die AfD laut Einschätzung gewinnen könnte.