Themen: CH-Politik, Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
SP und Grüne haben im Luzerner Stadtparlament ein autonomes Kulturzentrum gefordert. Der Stadtrat erkennt an, dass durch die Verdichtung Freiräume verschwunden sind, lehnt den Vorstoss aber ab: Öffentliche Räume könne die Stadt nicht ohne Nutzungsbedingungen zur Verfügung stellen. Der Kommentator Konstantin Kreibich kritisiert eine Analyse der «Luzerner Zeitung», die aus der Forderung nach einem selbstverwalteten Ort ein Schreckbild von Linksautonomen mache. Auch deren Darstellung des Räzel als problematische «Black box» weist er zurück: In dem von der Stadt einer ehemaligen Besetzergruppe überlassenen Stellwerk fänden unter anderem Deutschkurse und Essensausgaben statt. Die im Vorstoss genannten Kulturorte in anderen Städten dienten als Beispiele für die Vorstellungen der Initiantinnen. Kreibich hält die städtische Antwort zwar für nachvollziehbar, fordert aber eine ernsthaftere Auseinandersetzung mit der Grundidee. Frei zugängliche Orte für Austausch, Kultur und Begegnung ohne Konsum könnten auch der Einsamkeit entgegenwirken.