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Affäre Pierin Vincenz: Blick in Raiffeisen-Abgrund

Inside Paradeplatz
Affäre Pierin Vincenz: Blick in Raiffeisen-Abgrund

Themen: Wirtschaft/Finanzen, Innen-Politik

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Interne und behördliche Berichte zur Affäre um den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz dokumentieren laut Darstellung erhebliche Mängel in Führung, Kreditvergabe und Kontrolle der Bankengruppe. Die Finanzmarktaufsicht Finma hielt 2018 fest, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung hätten ihre Aufsichts- und Risikofunktionen ungenügend wahrgenommen. So genehmigte die Geschäftsleitung 2015 einen Blankokredit von 47 Millionen Franken an Leonteq-Gründer Jan Schoch, obwohl interne Vorgaben zu Tragbarkeit, Belehnung und Zuständigkeiten nicht erfüllt gewesen seien. Der Kredit wurde später zurückbezahlt. Auch ein Darlehen von 1,5 Millionen Franken an Vincenz für dessen Investnet-Beteiligung sei ohne ausreichende Bonitätsprüfung und mit falscher Risikoeinstufung bewilligt worden. Die Genehmigung der Investnet-Beteiligung wurde dem Verwaltungsrat kurzfristig und ohne vollständige Unterlagen vorgelegt. Finma wertete die Verstösse insgesamt als schwere Verletzung des Aufsichtsrechts. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung bis zu rechtskräftigen Urteilen.

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