Themen: Innen-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Südamerika
Paraguays Senat hat Präsident Santiago Peña nach einem Amtsenthebungsverfahren abgesetzt. Alle 44 anwesenden Mitglieder des 45-köpfigen Senats befanden ihn wegen mangelhafter Amtsführung im Zusammenhang mit der Krise der Ueno Bank für schuldig. Die Staatsanwaltschaft erliess zudem einen Haftbefehl gegen Peña; die Festnahme soll zunächst an seinem Wohnsitz erfolgen. Fast drei Millionen Menschen konnten seit der Übernahme der Bank durch die Zentralbank nicht mehr auf ihr Geld zugreifen. Die Zentralbank begann mit Vorschüssen an betroffene Sparerinnen und Sparer. Dennoch demonstrierten Tausende vor dem Parlament und dem Hauptsitz der Bank in Asunción. Sie fürchten, dass Verantwortliche straflos bleiben. Rund 7000 Beschäftigte der Unternehmensgruppe Grupo Vazquez, zu der Ueno und 37 weitere Firmen gehören, sorgen sich um Löhne und Arbeitsplätze. Peña hatte erfolglos um 72 Stunden Aufschub für das Amtsenthebungsverfahren gebeten und dessen Fairness bestritten.