Themen: Krieg&Frieden, Ukraine Krieg, Geopolitik
Regionen: International, Südostasien, Europa
Der Autor analysiert den Vietnamkrieg als Beispiel dafür, wie Informationspolitik und irreführende Erfolgskennzahlen militärische und politische Entscheidungen verzerren können. Das US-Verteidigungsministerium habe unter Robert McNamara die Zahl getöteter Gegner und die Kill-Ratio zum zentralen Massstab erhoben. Dadurch seien übertriebene Verlustmeldungen, aggressive Einsätze unter ungünstigen Bedingungen und die Umdeutung militärischer Rückschläge zu Siegen begünstigt worden. Operationen wie Speedy Express und die Kämpfe im Ia-Drang-Tal werden als Beispiele für zweifelhafte Angaben und hohe eigene Verluste angeführt. Die Tet-Offensive von 1968 habe die vorherigen amerikanischen Siegesmeldungen diskreditiert. Der Beitrag zieht eine Verbindung zum Ukrainekrieg, in dem beide Seiten ihren Informationsraum kontrollierten und Verlustzahlen schwer überprüfbar seien. Das ukrainische Army-of-Drones-Bonus-System schaffe laut Autor neue Anreize, gegnerische Verluste und zerstörte Systeme zu dokumentieren. Gefährlich werde Propaganda insbesondere dann, wenn politische und militärische Führungskräfte ihr selbst glaubten.