Themen: Gesellschaft, Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien, Nordamerika
25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erinnert Andreas Mink an die damalige Frage nach den Ursachen des Hasses auf Amerika und an deren rasche Verdrängung durch Forderungen nach Vergeltung. Die von den USA geführten Kriege und Interventionen im «Krieg gegen den Terror» hätten hohe Schulden, Todesopfer unter Militärs und Kontraktangestellten sowie gesundheitliche Schäden durch sogenannte Burn Pits verursacht. Die Folgen für die betroffenen regionalen Gesellschaften kämen in US-Debatten kaum vor. Zugleich habe sich in den USA Hass gegen Muslime ausgebreitet. Als aktuelle Beispiele nennt Mink Angriffe auf den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed in Michigan, Proteste gegen Moscheen in Texas und eine antiislamische Aktion des republikanischen Kandidaten Jake Lang. Im Zusammenhang mit der eskalierenden Operation gegen Iran warnt er zudem vor antisemitischer Hetze. Terroristische Gewalt könne Grossmächte zu Überreaktionen verleiten und langfristig schwächen.