Themen: KI/Digital, Gesellschaft
Regionen: International, Südostasien
In sozialen Netzwerken verbreitet sich die falsche Behauptung, Japan habe neue Gesetze gegen den Islam beschlossen und Halal-Lebensmittel, Moscheen, Gebetsrufe sowie Burkas verboten. Das japanische Amt für Kulturangelegenheiten erklärte gegenüber dem Japan Fact-Checker Center, ein solches Gesetz sei weder bekannt noch geplant. Die Verfassung schützt in Artikel 20 die Religionsfreiheit; auch Verbote individueller religiöser Praktiken oder von Moscheebauten seien nicht bekannt, abgesehen von baurechtlichen Verstössen. Ein häufig verwendetes Video aus dem Parlament wird ebenfalls falsch gedeutet. Es entstand am 23. Januar 2026, als Premierministerin Sanae Takaichi das Unterhaus für vorgezogene Neuwahlen auflöste. Takaichi gewann die Wahl am 8. Februar. Zwar gibt es Proteste gegen einen Moscheebau in Fujisawa sowie Petitionen gegen Halal-Angebote an Schulen und Gebetsrufe. Diese Entwicklungen sind jedoch keine neuen staatlichen Anti-Islam-Gesetze.