Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Die Kantonspolizei Bern ermöglicht Betroffenen sexualisierter Gewalt neu, über die Plattform Suisse ePolice online Strafanzeige zu erstatten. Das Formular erfasst zunächst Tatzeit, Tatort und Kontaktdaten; eine schriftliche Schilderung des Erlebten ist nicht nötig. Die Polizei will damit den Zugang erleichtern, da Scham, Selbstvorwürfe und die Belastung eines Strafverfahrens viele Opfer von einer Meldung abhalten können. Bei akuter Gefahr gelten weiterhin die Notrufnummern 112 und 117. Nach einer Online-Meldung nimmt eine speziell geschulte Polizistin Kontakt auf. Für schwere Sexualdelikte verfügt die Berner Polizei über ein Frauenpikett mit rund 60 Polizistinnen. Sie begleiten Betroffene unter anderem bei Untersuchungen und Spurensicherung im Frauenspital, vermitteln Hilfsangebote und unterstützen bei Gesprächen mit Angehörigen. 2025 meldete die Polizei 140 Vergewaltigungen und 86 sexuelle Übergriffe, rechnet jedoch mit einer hohen Dunkelziffer. Prävention in Schulen, Vereinen und der Ausbildung soll sexuelle Gewalt früher verhindern; die Verantwortung liege bei den Täterinnen und Tätern, nicht bei den Betroffenen.