Themen: Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Südamerika
Brasiliens Zentralbank hat ihren Leitzins bei 13,75 Prozent belassen und damit eine seit März laufende Serie von fünf Senkungen beendet. Der geldpolitische Ausschuss verwies nach seiner ersten Sitzung seit der Wiederwahl von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auf grössere Unsicherheit und die Auswirkungen der Finanzpolitik auf Geldpolitik und Finanzanlagen. Lula hatte am 25. Oktober den konservativen Senator Flávio Bolsonaro in der Stichwahl überraschend besiegt und im Wahlkampf kostspielige Sozialmassnahmen versprochen. Die Märkte hatten mit einem Sieg der Rechten gerechnet: Die Börse in São Paulo verlor deutlich, der Real wertete gegenüber dem Dollar ab. Lula drängt die unabhängige Zentralbank seit Jahren zu tieferen Zinsen, um Wachstum und Investitionen zu fördern. Die Bank bleibt auch wegen gestiegener Ölpreise vorsichtig. Brasiliens Arbeitslosigkeit ist tief und die Inflation relativ unter Kontrolle, doch viele Haushalte sind hoch verschuldet.