Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Die deutsche Regierung hat Russland am 1. September für einen mutmasslichen Anschlag auf deutschem Boden verantwortlich gemacht: Eine mit Sprengstoff beladene Drohne wurde nahe eines ukrainischen Frachtflugzeugs am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt. Deutschland schloss daraufhin ein russisches Kulturzentrum in Berlin und das Konsulat in Bonn. Fachleute halten diese Reaktion für zu schwach und warnen vor weiterer Eskalation. Als Teil einer russischen Kampagne werden unter anderem ein Drohnentreffer auf einen Wohnblock in Rumänien, Brandstiftung an Bahninfrastruktur in Lettland und GPS-Störungen über dem Baltikum genannt, die in den ersten vier Monaten 2025 rund 123'000 Flüge beeinträchtigten. Die Aktivitäten sollen unterhalb der Schwelle von NATO-Artikel 5 bleiben, zugleich aber Europas Logistik, Waffenlieferungen und gesellschaftliche Unterstützung für die Ukraine schwächen. Experten fordern klar kommunizierte Folgen, etwa zusätzliche Waffenhilfe für die Ukraine bei jedem Angriff auf europäische Infrastruktur. Andernfalls drohe Russland oder NATO eine unbeabsichtigte Eskalation zu einem konventionellen Krieg.