Themen: Umwelt, Klima&Energie, Gesundheit
Regionen: International, Russland/Eurasien
Öskemen und Semey in Ostkasachstan stehen für zwei miteinander verknüpfte Belastungen: industrielle Verschmutzung und das Erbe des früheren Atomtestgeländes Semipalatinsk. In Öskemen sollen Feinstaub, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Stickoxide die Luft belasten. Der Wissenschaftler Daulet Assanov macht die Kazzinc-Gruppe, eine kasachische Tochter des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore, für beinahe die Hälfte der Schadstoffemissionen der Stadt verantwortlich. Behördenkontrollen hätten 2022 zudem über 1000 Verstösse gegen Arbeits- und Sicherheitsvorschriften festgestellt; Umweltprobleme beträfen auch belastete Flüsse und Schwermetalle in Abwässern. Assanov kritisiert Bussen als zu gering, um Konzerne zu Verhaltensänderungen zu bewegen. Gleichzeitig plant die Regierung Bergbau und Metallverarbeitung in der Region Abaï, teilweise nahe radioaktiv kontaminierter Zonen des ehemaligen Testgeländes. Forschende in Kurchatow setzen dem eine Zukunftsvision der Kernfusion entgegen, kämpfen aber mit knappen Mitteln und öffentlicher Skepsis gegenüber Nukleartechnologie.