Themen: Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Tamedia will 41 Mitarbeitenden kündigen, darunter sollen 30 publizistische Vollzeitstellen und vier Stellen im Printdesk wegfallen. Es wäre die siebte Entlassungswelle innerhalb von sechs Jahren. Rund 300 Mitarbeitende, Leser:innen und Vertreter anderer Medien protestierten deshalb vor dem Zürcher Hauptsitz gegen die Geschäftsleitung. Bereits zuvor hatten 270 Angestellte aus der Deutschschweiz verlangt, auf Kündigungen zu verzichten und eine Konsultation einzuleiten. Die Belegschaft wirft der Führung einen langjährigen schleichenden Stellenabbau, wechselnde Vorgaben und unklare Strategien vor. Kritisiert werden auch Richtlinien zum Einsatz künstlicher Intelligenz, die Leser:innen nicht transparent gemacht würden. Trotz Sparrunden blieb Tamedia laut Geschäftsbericht 2025 mit einem Betriebserfolg vor Abschreibungen von 10,2 Millionen Franken profitabel. Die Zeitungserlöse stützen sich weiterhin stärker auf Printabos als auf reine Digitalabos: 414'000 gegenüber 199'000. Die Angestellten fordern personelle Konsequenzen für die Führungsetage.