Themen: Gesellschaft, Kultur
Regionen: International, Südamerika
Ayacucho, von vielen Einwohnerinnen und Einwohnern weiterhin Huamanga genannt, liegt auf über 2700 Metern Höhe im Süden Perus und ist rund neun Busstunden von Lima entfernt. Die Stadt mit kolonialem Zentrum, Karneval, traditioneller Musik und Kirchen will sich touristisch entwickeln, bleibt aber von den grossen Küstenstädten relativ isoliert. Im Quartier Capillapata entstanden Markt, Schule, asphaltierte Strassen und ein Fussballplatz durch gemeinschaftliche Arbeit der Bevölkerung. Judith Ortega Quispe erklärt, ihr Vater und andere Mitglieder der Gemeinschaft hätten diese Infrastruktur aufgebaut, weil staatliche Investitionen fehlten. Die Organisation erfolgte über das am 13. April 1966 gegründete Frente de Defensa del Pueblo de Ayacucho. Die Plattform vereinte zunächst unterschiedliche Strömungen der radikalen prokommunistischen Linken und wurde zu einem bedeutenden politischen Akteur lokaler Bürgerbewegungen. Ihre Praxis orientiert sich an der minka, einer vorkolonialen Tradition freiwilliger kollektiver Arbeit.