Themen: Krieg&Frieden, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Westasien
Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem wirft der Regierung in Jerusalem vor, im besetzten Westjordanland ein systematisches «Auslöschungsprojekt» gegen Palästinenser zu betreiben. Gemeint sei nicht nur physische Tötung, sondern die dauerhafte Zerstörung der Voraussetzungen für ein Leben als Volk mit eigenem Land, Institutionen, Kultur und gesellschaftlichen Beziehungen. B’Tselem nennt Gewalt und Einschüchterung, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, wirtschaftliche Strangulierung, die Zerstörung gesellschaftlicher und politischer Strukturen sowie Vertreibung und territoriale Übernahme als miteinander verknüpfte Mittel. Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 seien im Westjordanland laut B’Tselem mehr als 1100 Palästinenser durch israelische Soldaten und Siedler getötet worden; 64 Gemeinschaften seien vollständig vertrieben. Die Arbeitslosenquote sei von 13,1 Prozent 2022 auf 31,3 Prozent 2024 gestiegen. Eine Stellungnahme der zuständigen israelischen Behörde lag zunächst nicht vor.