Themen: Klima&Energie, Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Wallis/Graubünden
Bernhard Aufdereggen, Präsident der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, warnt vor den gesundheitlichen Folgen der Erderhitzung. Bei einer Ferienvertretung in einer Hausarztpraxis erlebte er, wie eine ältere Frau wegen hitzebedingter Verwirrtheit notfallmässig ins Spital musste. Mit steigenden Temperaturen nähmen Herz-Kreislauf-Probleme, Infekte, Blasen- und Nierenerkrankungen sowie Bewusstseinsstörungen zu; zudem könnten Medikamentendosierungen nicht mehr passen. Besonders verletzliche Menschen seien betroffen, doch Hitze belaste grundsätzlich alle. Aufdereggen fordert Anpassungen wie besseren Schutz für hitzeexponierte Beschäftigte und Klimaanlagen in Spitälern und Heimen. Dies bleibe jedoch Symptombekämpfung: Klimaschutz sei zugleich Gesundheitsschutz, weil weniger fossile Verbrennung die Luftverschmutzung senke und ein anderer Alltag mit mehr Velofahren sowie weniger Fleisch gesünder sei. Im Wallis beobachtet er zunehmende Sorgen wegen trockener Reben, schmelzender Gletscher und Bergsturzgefahr durch auftauenden Permafrost. Auch Klimaschützer:innen litten teils unter psychischer Erschöpfung.