Themen: Wirtschaft/Finanzen, Technologie
Regionen: International, Europa
Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat einen von Konzernchef Oliver Blume vorgelegten Radikalumbau abgelehnt. Laut Informationen aus dem Umfeld des Gremiums stimmten 12 von 19 Mitgliedern gegen das Konzept. Dieses sah die Schliessung der Werke Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau sowie bis zu 70.000 zusätzliche Stellenstreichungen bis 2030 vor; 50.000 Stellen waren bereits zuvor zum Abbau beschlossen worden. Ausschlaggebend für das Nein waren der Betriebsrat und das Land Niedersachsen, das zwei Sitze im Aufsichtsrat stellt und sich bei grundlegenden Entscheidungen gewöhnlich mit den Arbeitnehmervertretern abstimmt. Ein von Ministerpräsident Olaf Lies vorgeschlagener Kompromiss kam nicht zustande. Blume gilt nach der Abstimmung als geschwächt. Einzelne Massnahmen wie die Reduktion des Modellangebots auf 73 Fahrzeuge kann der Vorstand ohne Zustimmung umsetzen. Für Einschnitte bei Werken und Personal bräuchte er den Aufsichtsrat oder möglicherweise eine ausserordentliche Hauptversammlung.