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Bordeaux und Bolgheri: Peter Sloterdijks Anleitung zum Geniessen

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Bordeaux und Bolgheri: Peter Sloterdijks Anleitung zum Geniessen

Themen: Kultur/Feuilleton, Leben

Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur

Peter Sloterdijk hat im Literaturhaus Zürich die Frage bejaht, ob Genuss angesichts von Krieg und Leid anderswo erlaubt sei. Im Gespräch mit Giuseppe Gracia, dem Herausgeber des «Schweizer Monat», bezeichnete der Philosoph genussfeindliche Tendenzen als eine Art «post-calvinistische Belastungsstörung». Zugleich verwies er auf antihedonistische Züge des frühen Christentums. Genuss verstand er als einzelne Lustmomente in der menschlichen Leidensgeschichte. Sloterdijk erinnerte an seine Wurzeln in der 68er-Bewegung und bekannte sich zu deren hedonistischer Linken. Zu seinen bevorzugten Weinen zählen Bordeaux und Bolgheri. Philipp Schwander, Inhaber der Selection Schwander, kritisierte an der Veranstaltung die Haltung der Weltgesundheitsorganisation und von Journalisten zum Alkohol. Sloterdijk spottete über einen neuen Puritanismus im Namen der Gesundheit und erklärte, physische Langlebigkeit sei für ihn kein erstrebenswertes Ziel. Zum Abschluss zitierte er Heinrich Heine; danach folgte ein Apéro.

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