Themen: Partei-Politik, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: International, Südamerika
Luiz Inácio Lula da Silva ist zum vierten Mal zum Präsidenten Brasiliens gewählt worden. Der Kandidat der Arbeiterpartei PT setzte sich mit 4,4 Millionen Stimmen Vorsprung gegen den rechtsextremen Flávio Bolsonaro durch und gewann innerhalb von drei Wochen zehn Millionen zusätzliche Stimmen. Laut Darstellung trugen breite Mobilisierungen junger Menschen, die Arbeit linker Bewegungen in Randquartieren und ländlichen Gebieten sowie digitale Kampagnen um den Abgeordneten André Janones zum Umschwung bei. Auch Regierungsbeschlüsse wie die Abschaffung der Sechstagewoche, Schuldenerlasse für Kleinstunternehmen, Unterstützung einkommensschwacher Studierender und kostenloser Wochenendverkehr werden als Faktoren genannt. Bolsonaro fordert die Annullierung der Wahl. Seine politische Strömung verfügt weiterhin über eine starke soziale Basis, dominiert nun den Kongress und kann auf Unterstützung aus den USA zählen. Lula steht zudem einer wirtschaftlichen Elite gegenüber, die seinen Gegner unterstützte und Kürzungen der öffentlichen Ausgaben verlangt.