Themen: KI/Digital, Klima&Energie, Technologie
Regionen: International, Europa
Die EU will ihre Rechenzentrumskapazität bis 2035 verdreifachen, doch der KI-Boom erhöht den Druck auf Stromnetze, Wasserressourcen und Klimaziele. Ab Sommer 2027 soll eine EU-Skala die Energie- und Wassereffizienz von Rechenzentren bewerten. Sie beruht jedoch auf Angaben der Betreiber selbst; bislang haben nur 36 Prozent der meldepflichtigen Zentren ihre Energieeffizienz gemeldet. Während grosse Technologiekonzerne erneuerbare oder nukleare Energie versprechen, reichen Netzausbau und neue erneuerbare Anlagen laut Fachleuten kaum mit den Bauvorhaben mit. Betreiber suchen bereits direkte Anschlüsse an Gaskraftwerke; in Irland werden fossile Anlagen reaktiviert oder geplant. In Finnland soll Fortum dagegen die Abwärme eines Microsoft-Rechenzentrums nahe Helsinki über ein Wärmepumpwerk in das Fernwärmenetz einspeisen. Damit könnten rund 250'000 Haushalte versorgt werden, etwa 40 Prozent durch das neue Zentrum. Das Modell setzt allerdings bestehende Fernwärmenetze voraus.