Themen: Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, Romandie
Cem Kurun fährt seit 2019 für Uber im Kanton Zürich und berichtet von stark gesunkenen Einkünften: Früher habe er mit rund 30 Wochenstunden 1200 Franken verdient, heute noch etwas mehr als 300 Franken; an einem Interviewtag seien es nach neun Stunden 70 Franken gewesen. Er kritisiert niedrigere Tarife, stärkere Konkurrenz durch Bolt sowie einen faktischen algorithmischen Druck, Fahrten anzunehmen und von der Plattform vorgeschlagene Zonen anzufahren. Auch bei formal frei wählbaren Preisen sieht er keine echte Autonomie. Unia wertet den Kontrollgrad der Plattform als Scheinselbstständigkeit und verweist auf Seco-Einschätzungen und Gerichtsentscheide, wonach Fahrer als Angestellte gelten müssten. Uber widerspricht, verweist auf angepasste Modelle, Flexibilität und Versicherungsleistungen. In Genf wurden viele Fahrer über eine Drittgesellschaft angestellt und Sozialbeiträge nachgeregelt. Fahrer beanstanden zudem schwankende und teils hohe Plattformabzüge sowie fehlende Transparenz bei automatisierten Entscheidungen.