Themen: Gesundheit, Leben
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Emily leidet seit Jahren unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und zieht sich zunehmend von Sexualität zurück. Ihr Mann Tim erlebt dies zunächst als Zurückweisung; Streit und Druck belasten die Beziehung. Nach einer gynäkologischen Abklärung erhält Emily die Diagnose Vaginismus: Die Beckenbodenmuskulatur verkrampft sich beim erwarteten Eindringen unwillkürlich. Schmerzerwartung, Anspannung und weiterer Schmerz können sich gegenseitig verstärken. Emily lernt in Einzelsitzungen, ihren Beckenboden wahrzunehmen und bewusst zu entspannen. Parallel arbeitet das Paar daran, Sexualität nicht auf Penetration und Orgasmus zu reduzieren. Zärtlichkeit, Berührungen und Zeit ohne Leistungsdruck eröffnen beiden neue Formen der Nähe. Mit der Zeit wird auch Penetration wieder zu einer möglichen, aber nicht verpflichtenden Form gemeinsamer Sexualität. Emily schätzt, dass ihre Schmerzen um rund 90 Prozent zurückgegangen sind. Entscheidend ist für beide jedoch die gewonnene Vielfalt lustvoller Begegnungen und ein verständnisvollerer Umgang mit dem schützenden Körper.