Themen: KI/Digital, Wirtschaft/Finanzen, Technologie
Regionen: International, Nordamerika
Christian Gattiker, Stratege bei Julius Bär, beurteilt den gegenwärtigen KI-Investitionsboom trotz gewaltiger Summen vorerst als gesund. An den Aktienmärkten herrsche im Unterschied zur Technologieblase um die Jahrtausendwende grosse Skepsis. Zugleich würden Investitionen sehr rasch umgesetzt, auch weil Unternehmen in den USA ein politisches Zeitfenster nutzten. Der One-Big-Beautiful-Bill-Act ermögliche, Investitionen bereits im ersten Jahr abzuschreiben. Kritisch könnte laut Gattiker die Zeit von 2027 auf 2028 werden, wenn das Investitionsniveau hoch bleibe, die zusätzliche Dynamik aber nachlasse. Dies sei keine präzise Prognose. Entscheidend sei zudem nicht nur, ob einzelne KI-Unternehmen ihre Ausgaben rasch rentabel machten: Technologien könnten volkswirtschaftlich tiefgreifend wirken, obwohl viele unmittelbare Investoren Verluste erlitten. Als Frühindikatoren beobachte er unter anderem Preise für Speicherchips. Neben KI treiben auch Rüstung, Infrastruktur, Lieferketten und geopolitische Absicherung die Nachfrage nach Kapital.