Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: International, International Unbestimmt
Camille Urso trat 1894 in Australien mit der französischen Sopranistin Clémentine de Vere Sapio auf, die in den Konzertkritiken oft stärker gefeiert wurde als die Geigerin. Nach einem Auftritt in Hobart lobte der Mercury beide Künstlerinnen, widmete Sapio jedoch deutlich mehr Raum. Das Melbourne-Magazin Table Talk bezeichnete Urso bei ihrer Rückkehr nach vierzehn Jahren als alte Freundin des Publikums und thematisierte ihr Alter, obwohl sie erst 54 Jahre alt war. Zugleich griff das Blatt ihre Programmauswahl an: Puristen beanstandeten, dass sie neben klassischer Musik beliebte Stücke spielte. Urso wies dies zurück. Sie wollte nicht jeden Abend ausschliesslich klassische Werke aufführen, da das Publikum vertraute Melodien schätze. Für sie gehörte Kunst allen sozialen Gruppen. Als Beispiel erzählte sie von einem armen amerikanischen Bauern, der bei eisiger Kälte weit gereist war, um sie zu hören, und ihr Eier und Äpfel schenkte. Sie befürwortete zudem möglichst niedrige Eintrittspreise.