Themen: Klima&Energie, Gesundheit, Wissenschaft
Regionen: International, Europa
Hitzewellen in Europa können Denken, Konzentration, Gedächtnis und Stimmung beeinträchtigen. Das Gehirn macht zwar nur zwei Prozent der Körpermasse aus, verbraucht aber etwa 20 Prozent der Energie. Bei grosser Hitze muss das Herz mehr Blut an die Körperoberfläche pumpen, damit der Körper schwitzen kann. Wird die Kühlleistung überschritten, kann die Blutversorgung des Gehirns leiden und es überhitzt. Laut Neurobiologe Pieter Vancamp verändern bereits Temperaturunterschiede von weniger als einem Grad das Nervensystem; Synapsen kommunizieren schlechter. Übelkeit, Angst, Müdigkeit und Reizbarkeit können die Folge sein. Die Umweltpsychologin Mona Bielig verweist darauf, dass kognitive Leistung besonders bei komplexen Aufgaben an den Rändern des individuell verträglichen Temperaturbereichs sinkt. Feuchtigkeit, persönliche Empfindlichkeit, Anpassungsmöglichkeiten und Zugang zu Kühlung beeinflussen diese Grenze; Studien beobachteten Einbussen teils ab etwa 30 Grad. Zusätzlicher Hitzestress setzt Cortisol frei, während schlechter Schlaf und Dehydrierung die Belastung verstärken. Vancamp warnt vor der Erwartung biologischer Anpassung und fordert Klimaschutz sowie angepasste Gebäude, Kleidung und Technik.