Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, International Unbestimmt
Souvankham Thammavongsas mit dem Giller Prize ausgezeichneter Roman «La Couleur qui vous plaira» spielt während eines langen Tages in Nings Nagelstudio. Die frühere Boxerin und Salonbesitzerin empfängt Kundinnen und Kunden, während die Angestellten, die alle Susan heissen, in ihrer Sprache über sie sprechen. Das Kammerspiel folgt einem wiederkehrenden Ablauf aus Eintreten, Geständnissen und Weggehen. Die Kritikerin sieht darin zwar möglicherweise den beabsichtigten Ausdruck einer Gesellschaft, deren getrennte Welten sich nur streifen. Zugleich findet sie, dass die blassen Figuren und die schwachen Verbindungen zwischen ihnen den Roman ausbremsen. Bruchstücke aus Nings dunkler Vergangenheit sollen Spannung erzeugen, reichen nach diesem Urteil aber nicht aus: Am Ende bleibt der Eindruck einer langen Wartezeit.