Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: International, Europa, Afrika
Arbeiter und Handwerker von Deir el-Medineh legten um 1166 v. Chr., gegen Ende der Herrschaft Ramses’ III., die Arbeit an königlichen Nekropolen nieder. Der sogenannte Streikpapyrus, heute im Ägyptischen Museum in Turin, überliefert ihre Klagen über Hunger und Durst. Ihre Löhne waren offenbar während Monaten ausgeblieben, vermutlich wegen eines geschwächten Staatsapparats unter der Verantwortung eines tjaty, einer Art oberstem Minister des Pharaos. Der Streik gilt oft als ältester schriftlich belegter sozialer Konflikt. Die Protestierenden besetzten symbolische Orte, darunter die Totentempel von Thutmosis III. und Ramses II., und forderten vom Pharao Lebensmittel. Teilweise wurden Lohnrationen ausbezahlt, doch es kam erneut zu Streiks; über den weiteren Ausgang schweigt der Papyrus weitgehend. Kurz darauf häuften sich Grabräuberei-Fälle in Königsgräbern. Der historische Fall wird mit jüngsten Plünderungen während Pariser Demonstrationen verglichen, ohne beide Ereignisse gleichzusetzen.