Themen: Umwelt, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Europa
Der italienische Schriftsteller Matteo Righetto plädiert für einen differenzierten Umgang mit dem Wolf in den Alpen. Das Tier sei weder ein dämonischer Schädling noch ein Wesen, das bloss verklärt werden dürfe; entscheidend sei eine Koexistenz oder, wie Righetto sagt, Ko-Evolution zwischen Menschen und Wildtieren. In Italien leben nach seiner Darstellung rund 3300 Wölfe. Während Schutzprogramme in den Apenninen seit den 1970er-Jahren wirken, löst die Rückkehr des Wolfs in den Alpen Konflikte aus. Righetto verweist auf dessen ökologische Rolle: Weniger Huftiere können die Waldverjüngung fördern. Zugleich anerkennt er die Schwierigkeiten von Berggemeinschaften und kritisiert sowohl die Polarisierung zwischen Jagd und militantem Umweltschutz als auch ungeschützte Schafhaltung. Seine Begegnung mit einer Wölfin in den Dolomiten beschreibt er als prägend. Wölfe würden Menschen normalerweise nicht als Beute betrachten; seit hundert Jahren sei in Italien niemand durch einen Wolf getötet worden.