Themen: Wirtschaft/Finanzen, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Schweizer Uhrenindustrie leidet neben der Krise des Luxusmarkts unter einem strukturellen Rückgang der Stückzahlen. Schweizer Uhren werden teurer und seltener produziert, wodurch laut Editorial langfristig auch das industrielle Ökosystem für Herstellung und Innovation gefährdet wird. Dennoch setze die Branche weiterhin vor allem auf Ultra-Luxus, weil dieses Segment bei Exporten noch zweistellig wachse. Als jüngstes Beispiel wird Zenith genannt: Die zu LVMH gehörende Marke positioniert sich in einer Preisklasse, die zehnmal höher liegt als bisher und mindestens zwanzigmal über dem Durchschnitt zu Beginn der 2000er-Jahre. In Le Locle sollen damit 100 von 200 Stellen wegfallen. Das Editorial hält diesen Weg nicht für unausweichlich. Chanel zeige mit kreativ überarbeiteten Klassikern eine Alternative. Auch Patek Philippe, Richard Mille, Louis Erard, MB & F, Tissot sowie Swatch und Audemars Piguet würden mit neuen Produkten und kreativer Leitung belegen, dass Innovation nicht nur im Spitzensegment möglich sei.