Themen: Wirtschaft/Finanzen, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Beat Stockers Verteidiger Andreas Blattmann verlangt im Berufungsprozess zur Raiffeisen-Affäre einen vollständigen Freispruch für den früheren Aduno-Chef. Zentral ist der Komplex Investnet: Die Anklage wirft Stocker und dem ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz vor, sich bei der schrittweisen Übernahme der Private-Equity-Boutique durch Raiffeisen ab 2012 verdeckt privat bereichert zu haben. Im Kern steht eine Zahlung von 2,9 Millionen Franken von Stocker an Vincenz. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft verdeckte ein Darlehensvertrag eine geheime Absprache, Gewinne hälftig zu teilen. Die Verteidigung hält dagegen, es habe sich um ein echtes Darlehen gehandelt. Blattmann argumentiert zudem, Stocker habe seine Funktionen als CEO, Verwaltungsrat und Berater korrekt ausgeübt und keine entscheidende Macht über Firmenkäufe gehabt. Er verweist auf ein abgehörtes Telefonat, in dem Stocker Darlehen, 3,7 Millionen Franken in seinen Büchern und mögliche Rückzahlungen erwähnt haben soll. Anklage und Verteidigung deuten Verträge, Entwürfe und Nachrichten gegensätzlich.