Themen: Gesellschaft, Migration/Asyl, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Nach dem Nein zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» bleibt der demografische Wandel laut Manuel Buchmann eine zentrale Gestaltungsaufgabe. Er kritisiert den Abstimmungskampf, in dem Vergleiche und einzelne Monatswerte zwar formal korrekt, aber ohne Kontext irreführend verwendet worden seien. Die alternde Gesellschaft, die tiefe Geburtenrate und die Veränderung der Erwerbsbevölkerung seien langfristig bereits in heutigen Daten angelegt. Als zentrale demografische Hebel nennt Buchmann Geburtenrate und Zuwanderung. Zuwanderung stütze Arbeitsmarkt und Sozialwerke, erhöhe aber den Druck auf Wohnraum, Infrastruktur und Raumplanung. Familienpolitik könne die Vereinbarkeit verbessern, koste jedoch viel und wirke erst nach Jahrzehnten. Eine starke Begrenzung der Zuwanderung ohne Massnahmen bei Geburten und Erwerbsbeteiligung verschärfe Fachkräftemangel und Finanzierungsprobleme. Bund, Kantone, Gemeinden, Unternehmen und Einzelne müssten ihre Planung auf langfristige demografische Entwicklungen ausrichten.