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Das Vermächtnis der Kiewer Rus

Journal21
Das Vermächtnis der Kiewer Rus

Themen: Ukraine Krieg, Geopolitik, Demokratie

Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa

Die Kiewer Rus zerfiel im 13. Jahrhundert, doch Ukraine und Russland beanspruchen ihre Nachfolge aus unterschiedlichen Gründen. Der Gastbeitrag von Martin Bornhauser argumentiert, die Ukraine habe die stärkeren historischen Bezüge, während der Kreml die alleinige russische Nachfolge zur Begründung imperialer Ansprüche auf Ukraine und Belarus sowie zur Legitimation des Angriffskriegs nutze. Das mittelalterliche Reich entstand in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts entlang der Handelswege von Dnipro und Don; Kiew war sein Zentrum. Prägend waren die Christianisierung von 988, die Sophienkathedrale und die unter Jaroslaw geschaffene Gesetzessammlung. Nach der Zerstörung Kiews durch die Mongolen 1240 entstanden Galizien-Wolhynien, das Grossherzogtum Litauen und später das Moskowiter Reich. Der Beitrag betont, Moskau sei erst hundert Jahre nach dem Untergang der Rus entstanden und habe keine kontinuierliche staatliche Entwicklung fortgesetzt. Kulturelle und institutionelle Elemente der Rus seien dagegen in der Ukraine, etwa in Sprache, Währung und Versammlungstraditionen, erhalten geblieben.

Journal21

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