Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Die Europäische Union gewinnt in einer zerfallenden bisherigen Weltordnung an Bedeutung. Der russische Angriff auf die Ukraine und die veränderte US-Aussenpolitik machten eine engere Zusammenarbeit verlässlicher Mittelmächte nötig. Kanadas Premier Mark Carney zählt dazu unter anderem die EU, Grossbritannien, Australien, Neuseeland und Staaten des globalen Südens; China und die USA gehörten wegen ihres hegemonialen Denkens nicht dazu. Die EU beruht auf dem Ziel, Kriege zwischen ihren Mitgliedstaaten zu verhindern, auf dem Binnenmarkt und auf einer regelbasierten politischen Zusammenarbeit. Da die USA sich sicherheitspolitisch aus Europa zurückzögen, müssten EU-Staaten in der Verteidigung enger kooperieren, ohne dass zwingend eine europäische Armee entstehe. Ihr Modell soll weniger durch Supranationalität als durch eine politische Kultur transnationaler Zusammenarbeit prägen. Handel, Investitionen, Technologie- und Sicherheitspartnerschaften würden zu Bausteinen einer aktiven Ordnungspolitik. Für die Schweiz könnten Bilaterale III die Exportfähigkeit zusätzlich absichern; auch sie sei auf Multilateralismus und verlässliche Kooperation angewiesen.