Themen: Gleichstellung, Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Nordamerika, Europa
Die Debatte über das Leihmutter-Baby des deutschen Politikers Jens Spahn und seines Ehemanns Daniel Funke konzentriert sich auf die Leihmutter, während die Frau, deren Eizelle verwendet wurde, weitgehend unsichtbar bleibt. Die Eizelle wurde im Reagenzglas mit Funkes Samen befruchtet und einer Leihmutter in den USA eingesetzt. Eizellenspenden seien nicht mit Samenspenden vergleichbar, da sie eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke und einen invasiven Eingriff erforderten. Genannt werden kurzfristige Risiken wie Blutungen, Schmerzen, Stimmungsschwankungen und Thrombosen; zudem bestehe ein Verdacht auf erhöhte Krebsrisiken. Langzeitstudien fehlten. Die Kritik richtet sich auch gegen die Bezeichnung «Spende», weil Frauen Eizellen häufig unter finanziellem Druck verkauften. Leihmutterschaft wird als weltweites Milliardengeschäft dargestellt, dessen Gewinne vor allem Kliniken und Vermittlungsagenturen zuflössen. Eine Uno-Sonderberichterstatterin bezeichnete die Branche als System von Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch.