Themen: Partei-Politik, CH-Politik, Neutralität
Regionen: Schweiz, Ostschweiz
Severin Brüngger, FDP-Ständerat aus Schaffhausen, wird nach seinem ersten Jahr im Ständerat als polarisierende Figur zwischen emotionalem Engagement und liberal-konservativer Politik dargestellt. Er setzte sich gegen eine bloss regulierte Einfuhr von Foie Gras ein, profilierte sich in der Energiepolitik mit Technologieoffenheit sowie Versorgungssicherheit und sitzt in der Energiekommission UREK. Brüngger stimmte gegen die Rückgabe von Taschenmunition an Armeeangehörige, befürwortete aber eine Kürzung von Mitteln zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt. Budgetdisziplin und eine zurückhaltende Rolle des Staates bezeichnet er als wichtige Grundsätze. Bei der Neutralitätsinitiative unterstützte er als einer von zwei FDP-Ständeräten einen indirekten Gegenvorschlag, obwohl er die Initiative ablehnt. Die Bilateralen III lehnt er inzwischen entschieden ab. Innerhalb der FDP wird dies als Abkehr von einem offeneren europapolitischen Kurs kritisiert; Brüngger betont dagegen Patriotismus und Vorbehalte gegen eine stärkere Bindung an Brüssel.