Themen: KI/Digital, Wissenschaft, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Künstliche Nasen könnten die chemischen Bestandteile eines Rosendufts analysieren und jene elektrophysiologischen Prozesse technisch nachbilden, die beim Menschen von Rezeptoren über neuronale Signale zur Wahrnehmung führen. Der Autor unterscheidet jedoch zwischen der Reproduktion von Geruchsverhalten und dem subjektiven Geruchsempfinden. Dieses als Quale bezeichnete Erlebnis sei in einer objektiven physiologischen Beschreibung nicht enthalten. Damit führt die Frage nach dem riechenden Roboter zum ungelösten «harten Problem» der Bewusstseinsforschung: Wie entsteht bewusstes Erleben aus unbewussten neuronalen Vorgängen? Firmen wie Osmo entwickeln bereits KI-Systeme zur Analyse und Generierung von Düften. Je stärker solche Systeme menschliche Fähigkeiten imitieren, desto wichtiger werde eine philosophische Unterscheidung zwischen Simulation und Empfindung. Der Autor warnt davor, technische Fortschritte vorschnell als menschliches Erleben zu deuten und damit menschliche Vermögen in Maschinen hineinzuprojizieren.