Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Erzsebet Bathory wurde 1560 in einen der mächtigsten Familienclans Mitteleuropas geboren. Die ungarische Gräfin war wohlhabend, hochgebildet und beherrschte mehrere Sprachen; durch ihre Heirat und ihren Besitz verfügte sie über aussergewöhnliches Prestige. Prozessberichte, die in den 1720er Jahren bekannt wurden, machten sie zur vermeintlichen Mörderin von Hunderten jungen Frauen und später zur berühmtesten Serienmörderin der Geschichte. Ihre Figur wurde fortwährend vampirisiert, sexualisiert und in Popkultur sowie Black Metal verarbeitet. Der Text kontrastiert sie mit modernen Mörderinnen aus sozial benachteiligten Verhältnissen. Er verweist zudem auf Berichte über Anfälle in ihrer Kindheit, mögliche familiäre Inzucht, spätere graphologische Spekulationen und eine ungesicherte Anekdote über brutale Gewalt gegen einen Bauern. Diese Erzählungen werden in den Kontext einer Epoche gestellt, in der körperliche Strafen gegen Untergebene akzeptiert waren.