Themen: Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: International, Europa
Jens Spahn geriet nach der Bekanntgabe seines via Leihmutter in den USA geborenen Kindes unter starken politischen Druck. Kritisiert wird insbesondere, dass der CDU-Politiker 2015 selbst Vorbehalte gegen Leihmutterschaft geäussert hatte, die Praxis später aber privat nutzte. Der Beitrag trennt diesen Glaubwürdigkeitsvorwurf von der grundsätzlichen Kritik an Leihmutterschaft. Er argumentiert, eine Leihmutter werde durch einen regulierten Vertrag nicht automatisch zum Objekt, sofern sie verhandelt, anwaltlich vertreten ist und selbst entscheidet. Als Beispiel dient Kalifornien mit medizinischen und psychologischen Abklärungen, getrennten Rechtsvertretungen und Treuhandkonten. Die Kosten werden auf 180’000 bis 220’000 Dollar beziffert. Gegnerinnen und Gegner sehen dennoch Risiken von Ausbeutung, Kommerzialisierung und einer durch Armut beeinflussten Entscheidung. Die heftige Reaktion auf Spahn wird zudem als mögliche Verbindung von Leihmutterschaftskritik, Homophobie und Vorstellungen von «Widernatürlichkeit» diskutiert.