Themen: Demokratie, Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital
Regionen: International, Europa
Österreichs Medienförderung fliesst laut der Darstellung vor allem an etablierte private Medienhäuser und verstärkt damit bestehende Konzentration. Die acht grössten Unternehmen erhielten 2025 zusammen mehr als 42 Millionen Euro, während kleine, neue und nicht gewinnorientierte Projekte wegen Anforderungen wie Reichweite, Eigenmitteln und mehrjährigem Bestehen oft ausgeschlossen bleiben. Zusätzlich erhielten die sieben grössten Tageszeitungen 2024 rund 65 Millionen Euro an staatlichen Inseratengeldern. Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler will das System auf Basis einer Studie des Medienhaus Wien reformieren. Diese empfiehlt, Inseratengelder einzusparen, Medienvielfalt und gemeinwohlorientierten Journalismus stärker zu fördern und die Vergabe einer unabhängigen Kommission zu übertragen. Die ÖVP und der Verband Österreichischer Zeitungen stehen einem Umbau kritisch gegenüber. Umstritten sind insbesondere Förderkriterien, die politische Unabhängigkeit der zuständigen Stellen und die Frage, ob öffentliche Mittel stärker am demokratischen Nutzen statt an wirtschaftlicher Bedeutung ausgerichtet werden sollen.