Themen: Umwelt, Kultur
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Der Horlouwigraben im Frutigener Niederfeld galt lange als gefährlicher Wildbach. Bei den grossflächigen Überschwemmungen vom 16. Juli 1830 verschüttete die sonst meist trockene «Horlauene» Matten und Pflanzungen. Nach regenreichen Jahren nahmen die Ausbrüche Anfang der 1880er-Jahre erneut zu: Der ausgewaschene Graben transportierte bei Gewittern grosse Mengen Schlamm, Geröll und Schutt bis zur Landstrasse. 1886 beschlossen die betroffenen Grundeigentümer deshalb ein Verbauungsprojekt mit zehn gemauerten Schwellen, neun Holzschwellen und einem jährlich zu leerenden Schuttwehr. Die Kosten wurden auf 3900 Franken geschätzt. Ein Plan von 1920 zeigt die Eindämmung und den Auffangdamm beim späteren Verlauf der Winklenstrasse. Nach 1930 entstand unterhalb der alten Mauer eine mehr als doppelt so hohe Rückhalteanlage; das Becken wurde vertieft, zehn Steinsperren saniert und 30 Holzsperren gebaut. Grössere Schäden blieben seither aus. Für den Unterhalt ist heute die Gemeinde zuständig.