Themen: Iran Krieg, Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien, Nordamerika
Der Krieg gegen Iran hat nach Einschätzung von Narges Bajoghli und Vali Nasr keinen von USA und Israel erhofften Regimewechsel gebracht, aber die Islamische Republik tiefgreifend verändert. Seit dem zwölftägigen Krieg im Juni 2025 habe eine jüngere, pragmatisch-nationalistische Führung institutionelle Reformen beschleunigt, Zuständigkeiten in die Provinzen verlagert und die Streitkräfte zu einem Netz operativer Kommandos umgebaut. Die Autoren sehen den Staat durch Bombardierungen, die Auseinandersetzung um die Strasse von Hormus und eine US-Seeblockade strategisch gestärkt. Irans Angriffe auf US-Stützpunkte und die Schäden in Golfstaaten hätten deren Vertrauen in Washington erschüttert. Wirtschaftlich orientiere sich Teheran weg von einer Wiedereingliederung in westlich dominierte Finanzsysteme und stärker an seiner geografischen Lage. Nach Protesten und Krieg setze die Führung auf Wiederaufbau, Reformen und einen neuen Gesellschaftsvertrag. Die staatliche Legitimität beruhe zunehmend auf nationalem Zusammenhalt, Verteidigungsfähigkeit und technokratischer Kompetenz statt auf islamischer Ideologie allein.