Themen: Ungleichheit, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Jean Ziegler, 1934 in Thun geboren und im Juni 2026 in Genf gestorben, prägte als Soziologe, Autor, SP-Nationalrat und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung die Kritik an Hunger und globaler Ungleichheit. Tahir Chaudhrys Podcast-Nachruf verknüpft historische Tonaufnahmen mit persönlichen Erinnerungen an Begegnungen mit Ziegler. Dieser führte seine politische Unruhe unter anderem auf das Schicksal von Verdingkindern in der Schweiz zurück. Hunger verstand er nicht als Folge eines objektiven Mangels, sondern als Ergebnis fehlenden Zugangs zu Land, Nahrung, Kaufkraft und Produktionsmitteln. Er nannte Agrardumping, Spekulation mit Grundnahrungsmitteln, Agrartreibstoffe, Schulden und Strukturanpassungen als Ursachen. Ziegler kritisierte die Macht transnationaler Konzerne und Finanzoligarchien, setzte aber auf politische Veränderbarkeit: Gesetze gegen Nahrungsspekulation, Einschränkungen von Bioethanol aus Grundnahrungsmitteln und Entschuldung armer Länder. Chaudhry würdigt auch Zieglers persönliche Zuwendung und Selbstkritik.