Themen: Krieg&Frieden, Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik
Regionen: International, Europa
Ehemalige Spitzenoffiziere aus Grossbritannien und Deutschland werden laut der Analyse in Medien häufig als unabhängige Experten für Krieg, Aufrüstung und Waffenlieferungen präsentiert, ohne ihre Beratungs- oder Verwaltungsmandate in der Rüstungsindustrie offenzulegen. Eine Recherche der britischen Organisation Action on Armed Violence erfasste für 2015 bis Mai 2026 33 frühere britische Spitzenoffiziere mit kommerziellen Funktionen in Rüstungs-, Sicherheits-, Geheimdienst- oder Technologiefirmen. Bei 19 von ihnen seien diese Interessen mindestens einmal unerwähnt geblieben. Als deutsche Fälle nennt der Beitrag Hans-Lothar Domröse, der laut Lobbyregister unter anderem für General Atomics Europe tätig ist, sowie Erich Vad, der Beratungen für RUAG und Northrop Grumman LITEF bestätigt habe. Auch Jürgen-Joachim von Sandrart berate nach seinem Ruhestand den estnischen Luftabwehrhersteller Frankenburg Technologies. Der Beitrag erhebt keinen Korruptionsvorwurf, fordert jedoch Transparenz, damit das Publikum mögliche Interessenkonflikte selbst beurteilen kann.