Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Westasien
Militante israelische Siedler haben ihre Gewalt im besetzten Westjordanland nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und der Uno deutlich ausgeweitet. Seit dem 27. September registrierte Yesh Din mehr als 170 Angriffe mit mindestens vier Toten, über 100 Verletzten und Tausenden zerstörten Olivenbäumen. Zwischen Januar und August wurden zudem mehr als 1’600 Attacken mit Verletzten oder Sachschäden erfasst. Besonders betroffen sind palästinensische Dorfbewohner während der Olivenernte; Yesh Din dokumentierte 82 gewalttätige Vorfälle gegen Erntepersonal sowie 135 Erntediebstähle. In Abu Falah und Taybeh griffen Siedler auch eine US-Fotografin sowie ausländische Diplomaten und Würdenträger an. Heidi Levine von der Washington Post erlitt gebrochene Rippen und Wirbel sowie eine Handverletzung. Netanjahus Büro verweist auf laufende Untersuchungen und verlangt überzeugende Belege. Yesh Din zufolge endeten seit 2005 94 Prozent der Ermittlungen zu Siedlergewalt ohne Anklage. Opposition, frühere Sicherheitsvertreter und ausländische Politiker kritisieren die Regierung deshalb scharf.