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«Der Schlächter vom Balkan»

Journal21
«Der Schlächter vom Balkan»

Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik

Regionen: International, Europa

Ratko Mladić, ehemaliger General der bosnischen Serben, ist am 27. August im Gefängnis des Haager Tribunals im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war 2017 nach 523 Verhandlungstagen und Aussagen von 592 Zeugen wegen Kriegsverbrechen und Genozids in Srebrenica zu lebenslanger Haft verurteilt worden; die Berufungskammer bestätigte das Urteil 2021. Mladić führte ab Mai 1992 den Generalstab der bosnischen Serben. Seine Truppen belagerten Sarajevo 40 Monate lang; Scharfschützen und Bombardierungen töteten dort laut Darstellung über 11’000 Menschen, darunter 1600 Kinder. Beim Überfall auf die damalige UN-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995 wurden mehr als 8000 Muslime ermordet. Das Tribunal sah ihn in vielen Fällen durch Strukturen in Belgrad unterstützt. Nach der Anklage lebte Mladić jahrelang unter dem Schutz serbischer Sicherheitsorgane offen in und um Belgrad, bevor er 2011 in Lazarevo festgenommen wurde. Als politisches Vermächtnis gilt die im Dayton-Abkommen bestätigte Republik Srpska.

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