Themen: Innen-Politik, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Westasien
Die Ansar Allah, meist Huthi genannt, haben seit der Eroberung Sanaas 2014 im Nordwesten Jemens eine doppelte Herrschaftsordnung aufgebaut. Formale Institutionen wie der Oberste Politische Rat, die Regierung in Sanaa und Ministerien übernehmen staatliche Aufgaben, während loyale «Supervisoren» die Entscheidungen der Bewegung durchsetzen. Letzte Instanz bleibt Abdulmalik al-Huthi, dessen Umfeld Sicherheitsfragen, Ressourcen, Personal und Strategie kontrolliert. Die Führung stützt sich auf religiöse Legitimation, militärische Verbände, Sicherheitsdienste, lokale Bündnisse sowie Einnahmen aus Steuern, Zöllen, Kontrollpunkten und dem Hafen von Hodeïda. Lehrpläne, Schulungen und Rekrutierungsprogramme dienen ebenfalls der Durchdringung der Gesellschaft. Die Ordnung ist nicht demokratisch legitimiert; Opposition, unabhängige Medien und Zivilgesellschaft sind stark eingeschränkt. Interne Rivalitäten um Ämter, Land, Checkpoints und Einnahmen bleiben unterhalb der Öffentlichkeit bestehen. Iran stärkt die militärischen Fähigkeiten der Huthi, doch deren zaiditische Tradition unterscheidet sich von der iranischen Staatsdoktrin. Dem Huthi-Gebiet steht die international anerkannte, ebenfalls fragmentierte Führung in Aden gegenüber.