Themen: Bildung, Ungleichheit, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Eine Mutter schildert die auffälligen Rechtschreib- und Grammatikprobleme ihres 14-jährigen Sohnes und beobachtet ähnliche Defizite bei vielen Gleichaltrigen sowie teils im Berufsleben. Sie führt ihre Kritik auf die schulische Praxis zurück, Kinder beim frühen Schreiben nicht zu korrigieren, damit sie Freude an Sprache und Schrift behielten. In den ersten drei Primarschuljahren sei dies bei ihrem ältesten Kind so gehandhabt worden; als ab der vierten Klasse Rechtschreibung benotet wurde, habe sich der Übergang von falschen zu korrekten Schreibweisen nicht eingestellt. Bei den jüngeren Kindern korrigierten die Eltern Fehler unmittelbar und übten Diktate. Deren Leistungen seien deutlich besser, auch weil beide Eltern Deutsch als Muttersprache hätten und studiert seien. Daraus leitet die Autorin eine Kritik an ungleichen Voraussetzungen ab: Familien ohne solche Unterstützung könnten diesen Zusatzaufwand nicht leisten. Sie verweist auf die jüngste Pisa-Studie, wonach benachteiligte Jugendliche Mindestkompetenzen seltener erreichen und soziale Herkunft, Migrationshintergrund sowie Familiensprache stark mit Leistungen verbunden bleiben.